Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Persönliche Bitte des Ks.: Verzicht auf die Magdeburger Session bis zur späteren Klärung des Anspruchs, um den Fortgang des RT zu ermöglichen. Zurückweisung des Sessionsanspruchs von Hg. Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel für das Hst. Halberstadt. Ablehnung durch Kurbrandenburg und Magdeburg: Beharren auf dem Sessionsrecht für das Erzstift mit Rechtfertigung der rechtmäßigen Postulation und der Anerkennung Joachim Friedrichs als Administrator. Ablehnung durch Hg. Heinrich Julius: Rechtmäßige Wahl als Bf. von Halberstadt, Anerkennung durch ksl. Indulte und durch Zulassung zum RT 1582 mit Aufnahme in den RAb.
Die Akten zur Gesandtschaft des Christoph von Schleinitz im Zusammenhang mit der Magdeburger und Halberstädter Sessionsfrage werden eigenständig in die Dokumentation aufgenommen, weil die Mission direkt im Zusammenhang mit den Verhandlungen des ksl. Hofes mit den Gesandten des Hauses Brandenburg um den temporären Sessionsverzicht (vgl. unten, Anm. 2 und 6) während des RT als wichtiger Bestandteil der ksl. Bemühungen um den erfolgreichen Fortgang der Hauptberatungen erfolgte, den vor allem der Magdeburger Sessionsanspruch bis hin zur befürchteten Sprengung des RT infrage stellte. Die Gesandtschaft manifestiert das persönliche Engagement des Ks. in der Sessionsfrage und deren große Bedeutung für den Fortgang des RT.
Dokumentiert werden die persönlichen, teils eigenhd. Schreiben des Ks. an Mgf. [Administrator] Joachim Friedrich (A) und Kf. Johann Georg (B), die Instruktion für Christoph von Schleinitz als Vorlage für dessen Werbungen mit den jeweiligen Begleitschreiben des Ks. (C mit Anm. 7) sowie die Antworten Kf. Johann Georgs (D), Administrator Joachim Friedrichs (E) und Hg. Heinrich Julius’ von Braunschweig-Wolfenbüttel (F) zur Werbung.