Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Nochmalige Bitte um Anhörung der Gesandten des Aachener Rates zur Appellation gegen das ksl. Endurteil im Konflikt mit dem katholischen Exilregiment sowie um Unterbindung der Exekution gegen die Stadt.

Im SR verlesen und gebilligt am 31. 7. 15941. KR übergeben am 1. 8., dort verlesen am 10. 8.2

StadtA Ulm, A 647, fol. 905–906 (Kop. Überschr.:Verrer interceßion schrifft ann die churfürsten, so bey gegenwertigem reichstag, und der abwesenden abgeordente räth, bottschafften und gesannten, so der erbarn stött abgesanndten der statt Aach mittgetheilt.) = Textvorlage. StadtA Speyer, 1 B Nr. 349, fol. 127–128’ (Kop. Überschr.:Der erbarn frei- und reichsstett anmanungs schreiben an churfursten rhat von wegen der statt Aach.) = B. StA Nürnberg, NRTA 112, fol. 937–938’ (Kop. Überschr.:Der erbarn stett anmahnungs schreiben wegen Aach. Dorsv.:Der erbarn frey- und reichstett intercession an die churfürsten für Aach.) = C. ISG Frankfurt, RTA 89, fol. 101–101’, 104–104’ (Kop. Dorsv.:Der stätt abermahliges ahnhalten in der aachischen sachen. Ist verschloßen im churfursten rath den 22. Julii [1. 8.]anno 94 uberreicht worden.). StadtA Augsburg, RTA 58, fol. 555–556’ (Kop.). StA Würzburg, SRTA 8, unfol. (Kop.).

/905 f./ An die Kff. und deren Gesandte: Obwohl die Gesandten der Reichsstädte nicht zweifeln, die Kff. werden im Anschluss an ihre erste Interzession3wegen des Konflikts in Aachen /905’/ für sich ohne ferner erinnern in diser ganntz wichtigen sachen dz jhenig uß churfurstlichema ambt fürnemmen und verordnen, was den Reichs abschiden und der statt Aach habenden und wolhergebrachten freyheiten und statuten gemeß, auch was zu zeitiger vorkommung aller dero orth besorgender weiterung und unwesens immer ersprießlich und dienlich sein mag, jedoch dieweil gemelter rath uns nochmalls mit höchster bekümbernus cläglich für- und anbringen laßen4, das uber alles beschehen anhalten dannoch dise sach steckhen bliben und kein bescheidt darinnen ervolgen thet, auch nit unzeitig die fürsorg tragen, do bey gegenwertiger deß Hl. Reichs versamblung nichts solte ergehn oderb verabschidt werden, dardurch angeregte statt ußer gefahr gesetzt, das es wol zum eußersten verderben, jha wol gentzlichem underganngc geraichen könndt:/905’ f./ Deshalb wenden sie, die Gesandten der Reichsstädte, sich nochmals an KR und wiederholen die Bitte der ersten Interzession, dafür einzutreten, /906/ das den gravierten und nit gnugsam gehörten weitterd rechtliche verhör und grundtliche usfüerung ires rechtens verstattet unde der vonn irer widerwertigenf so embsigclich urgierten execution enthaben und versichert werden möchten.

Schlussformel. Unterzeichnet von den Gesandten der Reichsstädte.

Anmerkungen

1
 Ulm, fol. 86’ [Nr. 136].
2
 Kursachsen, fol. 494’ [Nr. 48].
3
 Nr. 382.
a
 churfurstlichem] Korr. nach B und C. In der Textvorlage verschrieben: christlichem.
4
 Die Beratungen der protestantischen Reichsstädte verzeichnen nach dem Beschluss der ersten Interzession am 5. 7. (Ulm, fol. 53’ [Nr. 208, Abschnitt B]) kein weiteres Vorbringen der Gesandten des Aachener Rates. Vgl. zuletzt deren Supplikation, gerichtet an die CA-Stände insgesamt [Nr. 382].
b
 oder] In B, C: unnd.
c
 underganng] In B und C danach zusätzlich: derselben.
d
 weitter] Korr. nach B und C. In der Textvorlage verschrieben: weder.
e
 und] In B danach zusätzlich: sie. C wie Textvorlage.
f
 vonn irer widerwertigen] In B, C: von iren widerigen.