Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Textvorlage: Österreich, fol. 83’–84’.

Verordnete des FR für den Redaktionsausschuss des RAb. Reichsjustiz [3. HA]: Resolution der Reichsstände zur Ergänzung der RKGO wegen des Ausschreibens einer Revision, an der Mainz als Partei beteiligt ist. 2. HA (Landfriede und Niederlande): Duplik der Reichsstände. Vorschläge für die Besetzung der Gesandtschaften an die Parteien im niederländischen Krieg. Finanzierung der Gesandtschaften. 1. HA (Türkenhilfe): Erklärung des Ks. zur Revision der Söldnerbestallung.

/83’/ Fürstenrata. Salzburg proponiert: Nach dem weitgehenden Abschluss der Hauptverhandlungen ist der Ausschuss für die Redaktion des RAb zu konstituieren.

Beschluss: bFür die geistliche Bank werden Österreich, Salzburg und Würzburgsowie die Prälaten, cfür die weltliche Bank Bayern, Württemberg und Hessen-Kassel (Moritz) sowie die schwäbischen Gff.benannt.

/84/ Kurfürstenrat und Fürstenrat. [Entsprechend Protokoll des KR, 487 f.]

Fürstenrat. Umfrage zu den zuvor vorgetragenen Resolutionen des KR. Beschluss: Billigung der Konzz. für das Verfahren beim Ausschreiben einer Revision, an der Mainz als Partei beteiligt ist, sowie für die Duplik beim 2. HA (Landfriede und Niederlande). dFinanzierung der Gesandtschaften an die Parteien im niederländischen Krieg: Den halben monat wöllen sie auch eingehen: Im fahl, die legation in dz werckh gericht wurde, auff konfftig Letare1 in den legstätten zuerlegen, dardurch die praeparatoria legationis angeordnet könde werden; doch in diesem /84’/ beyfallen dem loblichen fursten collegio nichts nachthailig oder benumen.

Kurfürstenrat und Fürstenrat, anschließend reichsrat. [Entsprechend Protokoll des KR, 487’–489.]

Anmerkungen

a
 Fürstenrat] Würzburg B (fol. 191’) zum Sitzungszeitraum: Morgens.
b
–b Für … Würzburg] Augsburg (unfol.) differenzierter: Beide Bänke des FR beraten getrennt über die Besetzung des Ausschusses. Dabei behaupten die Direktoren der geistlichen Bank [Österreich, Salzburg], es were zuvor alzeit gebreich[!] gewesen, daß man sy darzu genomen.Dabei soll es bleiben und ein 3. Stand zugeordnet werden. Trotz Einwänden belässt man es dabei und benennt mehrheitlich Würzburg.
c
–c für … Gff.] Pfalz-Neuburg B (fol. 294–296’) differenzierter: Die Gesandten auf der weltlichen Bank begeben sich für ihre Nominierung /294/ inn die neben stuben.In der Umfrage beharrt Bayern als Vorsitzender der weltlichen Bank, der den RAb mitbesiegelt, auf der Teilnahme am Ausschuss. Dem von Bayern beanspruchten Vorsitz widersprechen Pfalz-Lautern und ‑Zweibrücken. Im Folgenden wird Bayern teils nur unter dem Vorbehalt, dass es dem Herkommen gemäß an der Besiegelung des RAb mitwirkt, benannt. Ergebnis der sehr disparaten Umfrage, resümiert von Bayern (Kanzler Hörwarth): Mehrheit für Bayern, Württemberg und Hessen-[Kassel], von den Gff. nehmen gemäß der Abfolge die schwäbischen teil.
d
–d Finanzierung … Krieg] Pfalz-Neuburg C (fol. 231–232’) differenzierter: Umfrage. Salzburg: Anschluss an KR. Bayern: Ebenso, um wegen der Kostenfrage nicht die gesamte Friedensvermittlung zu gefährden. Diesen Voten schließen sich fast alle Stände an. Ausnahmen: /232’/ Pfalz-Lautern: Beruft sich auf seine bisherigen Voten, in denen er keine Kontribution bewillig hat. Die Unkosten sind von den partheien und nicht den stenden, welche ohne das genuegsam beschwert,zu tragen. Pfalz-Zweibrücken: Kostenbeitrag ist derzeit nicht erforderlich, weil vorher abzuklären ist, ob die Kriegsparteien der Pazifikation stattgeben. /232’ f./ Ähnlich votieren Brandenburg-Ansbach, Braunschweig-[Wolfenbüttel], Württemberg, Baden-[Durlach], Hessen, Pommern, Anhalt und die Wetterauer Gff. Die Mehrheit schließt sich jedoch KR an.
1
 5. 3. (23. 2.) 1595.